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Blühende Tulpenmagnolien am Schloss Pfaueninsel in Berlin
Schloss Pfaueninsel © SPSG, Foto: Michael Lüder

Pfaueninsel und Schloss Pfaueninsel Berlin

Das romantische Kleinod in der Havel

Die Pfaueninsel ist der perfekte Ort für einen romantischen Ausflug: ein weißes Schloss auf einer Insel. Und ein idyllischer Park, in dem Pfauen ihr Rad schlagen.

Ab Sonntag, 25. Mai 2025 ist das zauberhafte Schlösschen auf der Pfaueninsel nach langen Renovierungsarbeiten wieder geöffnet.

„Wie ein Märchen steigt ein Bild aus meinen Kindertagen vor mir auf: Ein Schloss, Pfauen sitzen auf hoher Stange oder schlagen ein Rad, Springbrunnen, überschattete Wiesen, Schlängelpfade, die überall hinführten und nirgends ...“ – so schwärmte einst Theodor Fontane über die Pfaueninsel.

Und auch heute noch darf die Insel mit dem weißen Schlösschen auf keiner Liste der romantischsten Orte Berlins fehlen. Ein kleines Sommerschloss auf einer Insel mit einem idyllischen Park, in dem Pfauen spazieren – was könnte romantischer sein?
Wenig verwunderlich ist denn auch, dass das Schloss als Liebesnest für einen König und seine Mätresse erbaut wurde.

Tipp: In unserer Podcast-Episode Berlin Unboxed: Berlins Schlösser & Gärten - Sehnsuchtsorte und ihre Geschichte erfahren Sie mehr über die malerische Insel und das Märchenschlösschen.

Beschreibung

Das Video gehört zur Folge „Berlins Schlösser & Gärten - Sehnsuchtsorte und ihre Geschichte“ von dem Podcast Berlin Unboxed, den visitBerlin betreibt. Im Podcast geht es um die Schlösserlandschaft von Berlin und Potsdam, die zu den schönsten weltweit gehört. 1990 nahm die UNESCO die Schlösser & Gärten in ihre Liste des Kulturerbes der Menschheit auf. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) betreut die Schlösser, Gärten und ihre Kunstsammlungen. Wie besuchen die Pfaueninsel, das Schloss Glienicke und erfahren an der Glienicker Brücke mehr über die deutsch-deutsche Trennung und die Bedeutung der Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof für die deutsche Geschichte und das Weltgeschehen. Das VisitBerlin Logo ist im linken unterem Eck. Die Untertitel des Videos können im YouTube Player unter Einstellungen an- und ausgeschaltet werden. Für eine Transkription sollte das Video direkt auf YouTube angeschaut werden.

Geschichte der Pfaueninsel Berlin

Lange zuvor schon ist die Insel in der Havel besiedelt. Eisenzeitliche Armringe und Haarspiralen aus Bronze bezeugen, dass schon vor 2.500 Jahren hier Menschen siedelten. Im 17. Jahrhundert zieht der Glasmacher Johannes Kunckel auf die Insel und veranstaltet für den Großen Kurfürsten alchemistische Experimente mit Feuer und Glas in einer Glashütte. Als die Glashütte niederbrennt und sein Mentor stirbt, ist Kunckel ruiniert und entehrt.

100 Jahre lang versinkt die Insel in tiefem Schlaf. Doch dann entdeckt sie Friedrich Wilhelm II. Schon als junger Kronprinz hat er sich auf die Insel zu Schäferstündchen mit seiner Geliebten Wilhelmine Enke, später Wilhelmine Gräfin von Lichtenau, zurückgezogen.

Schloss Pfaueninsel
Schloss Pfaueninsel © Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Auf der Insel erbaut der König zwischen 1794 und 1797 ein kleines Sommerschlösschen – ganz im romantischen Ruinenstil der Zeit. Die künstliche Ruine soll wie ein „verfallenes römisches Landhaus“ wirken. Auch das Äußere ist nur eine Illusion, die Wände sind nicht aus weißem Marmor, sondern aus bemaltem Holz. Das weithin sichtbare weiße Schloss fungiert als krönender Blickfang einer Sichtachse des Neuen Gartens. Das Schloss ist geprägt von seinen beiden Rundtürmen, die durch eine schmiedeeiserne Brücke verbunden sind.

Die Inneneinrichtung gestaltet die Gräfin von Lichtenau nach ihrem persönlichen Geschmack ohne sich auf einem bestimmten Stil festzulegen. Die ausgewählten Stücke sind von ausgezeichneter Qualität. Nach ihrem Tod ist das Schloss bei den preußischen Herrschern wenig beliebt. Königin Luise beklagt sich über die dünnen Wände und zieht Schloss Paretz vor. Das Schloss übersteht den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden, so blieb es original erhalten.

Heute verwaltet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die Pfaueninsel. Zusammen mit Schloss Glienicke und der Potsdamer Schlösserlandschaft gehört die Insel mit dem kleinen Schloss zum UNESCO Welterbe.

Die Pfaueninsel an der Wannsee-Babelsberg Route
© Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf, Foto: Steven Ritzer

Park der Pfaueninsel in Berlin

In der kunstvoll gestalteten Gartenlandschaft der Pfaueninsel finden sich viele weitere Gebäude – zum Beispiel der Luisentempel, die Alte Meierei im Stil einer gotischen Klosterruine und das neogotische Kavaliershaus. Letztes dient in den 1960er-Jahren als Kulisse für mehrere Edgar-Wallace-Filme, etwa Die Tür mit den sieben Schlössern, Neues vom Hexer oder Der Hund von Blackwood Castle. Die Gartenlandschaft gestaltet 1821 Berlins großer Gartenkünstler Peter Joseph Lenné.

Neben den namensgebenden Pfauen, die noch heute hier herumspazieren und ab und an ihr prächtiges Rad zeigen, können hier auch Spechte und Kormorane beobachtet oder Fröschen bei ihren Konzerten gelauscht werden. Im Sommer dient die Pfaueninsel vier Wasserbüffeln als Domizil, die den Gärtnern beim Mähen der Feuchtwiesen helfen.

Unser Tipp zur Einstimmung für den Besuch: der wunderbare Roman "Pfaueninsel" von Thomas Hettche.

Anfahrt zur Pfaueninsel mit S-Bahn, Bus & Fähre

Die Berliner Pfaueninsel im Großen Wannsee.
Blick auf die Pfaueninsel von der Nikolskoe © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Von der Berliner Innenstadt aus ist die Insel am besten mit der S-Bahn zu erreichen, anschließend geht es vom Bahnhof Wannsee weiter mit Bus und Fähre (Überfahrt mit der Fähre und Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €). Wegen der geschützten Flora und Fauna sind Hunde und Fahrräder auf der Insel nicht erlaubt.

Öffnungszeiten

März bis Oktober
Montag – Sonntag:
10.00 – 18.00 Uhr

Die angegebenen Öffnungszeiten entsprechen den Betriebszeiten der Insel-Fähre.
Letzte Überfahrt zur Insel 45 Minuten vor Betriebsende.
 

Aktuelles & Veranstaltungen:

UNESCO-Welterbe: Schlösser und Parks in Berlin und Potsdam

Schloss Pfaueninsel
© (c) visumate