
Ausstellungs- und Forschungsprojekt
Das Ausstellungs- und Forschungsprojekt „Global Fascisms“ nimmt die ästhetischen, sozialen und politischen Dynamiken des Faschismus in den Blick, indem es seine Wirkung und ideologischen Funktionsweisen beleuchtet. Statt Faschismus lediglich als historisches Phänomen zu betrachten, zielt das Projekt darauf ab, ihn als anhaltende globale Herausforderung zu verstehen, die über eine zeitlich begrenzte Definition hinausgeht und sich in verschiedensten politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen manifestiert.
Dabei untersucht das Projekt gleichermaßen historische wie aktuelle Kontexte, in denen rechtsextreme Ideologien gedeihen, und hinterfragt zentrale Begriffe wie „Identität“, „Gemeinschaft“ und „Zugehörigkeit“.
Eine Vielfalt an Werken und Medien machen Faschismus als fortwährende globale Herausforderung zugänglich.
Rund fünfzig internationale Künstler*innen präsentieren in der Ausstellung ein breites Spektrum an Medien, darunter Malerei, Film, Performance, Diskurs, Publikationen und digitale Formate, die sich mit dem Erstarken faschistischer Denkweisen auseinandersetzen.
Historische Kunstwerke ergänzen die Gruppenausstellung, wodurch sich faszinierende Kontinuitäten zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufdecken lassen.
So eröffnet die Ausstellung Einblicke in die verführerischen Affekte und die Ästhetik faschistischer Ideologien und widmet sich gleichzeitig den sozialen und technologischen Komponenten, die diesen Dynamiken zugrunde liegen.
Aktuelle Echokammern und nostalgische Mythen
„Global Fascisms“ beleuchtet Mechanismen, die faschistische Ideologien aufrechterhalten, und zeigt dabei auf, wie soziale Medien durch die Bildung von Echokammern eine Faschisierung verstärken können.
Ebenso wird erörtert, wie die Beschwörung nostalgischer Mythen von vermeintlich „goldenen Zeitaltern“ als autoritäres rhetorisches Mittel fungiert.
Darüber hinaus nimmt das Projekt den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Ungleichheit, Migration und der Politisierung von Religion in den Blick, um zu verstehen, wie diese Faktoren nationalistischer Stimmungsmache Vorschub leisten.
Kunst und Forschung als kritische Allianz
Durch die Verbindung von Kunst und interdisziplinärer Forschung eröffnet „Global Fascisms“ neuartige Perspektiven auf dringliche Fragen unserer Gegenwart – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich weltweit immer mehr Wählerschaften rechten, rechtsextremen und autoritären Bewegungen zuwenden.Dabei wird Kunst nicht nur als Medium der Reflexion verstanden, sondern als aktive Kraft, die sich autoritären Ästhetiken und Ideologien bewusst entgegenstellt.
- Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.