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2012 jährt sich der Geburtstag Friedrichs des Großen zum 300. Mal. Der Beitrag des Filmmuseums Potsdam zum Themenjahr ist eine Ausstellung, die das Projekt „Friderisiko” der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ergänzt.
Friedrich II. ist bis heute ein viel diskutiertes Politikum. Sobald er in Deutschland auf der Kinoleinwand erschien, gab es Pro und Contra. Viele der Aufnahmen wurden an Originalschauplätzen in Potsdam gedreht, auch im Ufa- und DEFA-Studio Babelsberg.
Über 40 Kino- und Fernsehfilme formten seit 1910 das Bild des Preußenkönigs, das ein Schauspieler geprägt hat: Otto Gebühr. Zwischen 1920 und 1942 verkörperte er ihn fünfzehn Mal. Diese Filme sind politische und kulturgeschichtliche Seismographen ihrer Entstehungszeit. Gebührs Erscheinung wurde so sehr mit Friedrich II. identifiziert, dass gutgläubige Kinogänger ihn auf der Straße mit „Eure Majestät“ ansprachen. Das ist mehr als eine erheiternde Anekdote, weist sie doch auf die Sehnsüchte und Wünsche der Deutschen, vor allem in den Jahren der Weimarer Republik.
Wer war der Mann unter der typischen Perücke, die in den Sammlungen des Filmmuseum ebenso zu finden ist wie der Nachlass des Regisseurs Arzén von Cserépy, mit dem Gebühr wichtige Friedrich-Filme drehte? Dieser Frage geht die Ausstellung nach. Der 1877 geborene und 1954 gestorbene Otto Gebühr spielte jahrzehntelang Filmrollen und bei weitem nicht nur „Seine Majestät“.
Die Ausstellung basiert auf Quellenforschung, Oral History, persönlichen Dokumenten, Devotionalien und zeitgenössischen Medien.
Sie entsteht in enger Zusammenarbeit mit Otto Gebührs Sohn Dr. Michael Gebühr, der sie mit privaten Dokumenten aus seiner Sammlung und familiären Erinnerungen bereichert.
Kontrastiert wird die Gebühr′sche Darstellung Friedrichs II. durch Porträts, die andere Schauspieler schufen: von Herwart Grosse, Carl-Heinz Schroth, Arno Wyzniewski bis hin zu Jürgen Vogel. An deren Filmen ist ein Wandel des Friedrich-Bildes nach dem Zweiten Weltkrieg ablesbar, denn spätere Filme und jene, die sich in Form der Komödie dem Herrscher näherten, zeichnen ein eigenes Bild.

