7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Jahreshighlight
© Yael Bartana, Foto: Marcin Kalinski

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Die Berlin Biennale stellt zeitgenössische Kunst von internationalen Nachwuchskünstlern vor. Im KW Institute for Contemporary Art und an vielen anderen Orten in Berlin kann man Ungesehenes und Unbekanntes, neue Ideen und inspirierende Projekte von jungen Künstlern entdecken.
Mit Artur Żmijewski wurde ein international viel beachteter Künstler zur Entwicklung und Umsetzung des Konzepts der 7. Berlin Biennale eingeladen. 1966 in Warschau geboren, bearbeitet Żmijewski in seinen Aktionen und Filmen vor allem soziale und politische Themen. Insbesondere interessiert er sich für das Machtpotential von Kunst und ihren Verknüpfungen zur Politik. In seinem Manifest Angewandte Gesellschaftskunst zeigt er eine deutliche Haltung zum sozialen Aktivismus, der auch ein Ausgangspunkt für die Entwicklung der 7. Berlin Biennale ist.

Eine der ersten Künstlerinnen und Künstler, die Artur Żmijewski für die 7. Berlin Biennale eingeladen hat, ist die israelisch-niederländische Künstlerin Yael Bartana, die ihr Projekt „Jewish Renaissance Movement in Poland“ (JRMiP – Bewegung Jüdischer Wiedergeburt in Polen) weiterentwickeln wird. Im Sommer 2012 findet in Berlin der erste politische Kongress des JRMiP statt. Erstmalig werden die Mitglieder der Bewegung zusammenkommen, wenn internationale Gastrednerinnen und -redner die Ziele der Bewegung aus verschiedenen Blickwinkeln reflektieren. Initiiert von Yael Bartana, setzt sich die JRMiP für die Rückkehr von 3.300.000 Juden nach Polen ein. Seit ihrer Gründung 2007 hat die Bewegung internationalen Zuspruch erhalten und zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden.

„Dies ist unsere Antwort auf die herrschenden Krisenzeiten, in denen sich der Glaube erschöpft hat und die alten Utopien gescheitert sind. Der Optimismus stirbt aus. Das verheißene Paradies ist privatisiert worden. Die Äpfel und Wassermelonen aus dem Kibbutz haben ihre Saftigkeit verloren. (...) Unser Appell richtet sich nicht nur an die Juden. In unsere Reihen nehmen wir alle auf, für die in ihren Heimatländern kein Platz ist – Vertriebene, Verfolgte. In unserer Bewegung wird es keine Diskriminierung geben. Wir werden nicht in Euren Lebensläufen graben, Aufenthaltsgenehmigungen kontrollieren, Euren Flüchtlingsstatus überprüfen. Wir werden stark sein in unserer Schwäche.“ (JRMiP Manifest)

Als Vorbereitung der 7. Berlin Biennale hat Artur Żmijewski Künstlerinnen und Künstler in einem Open Call aufgerufen, ihre politischen Standpunkte darzulegen. Bis zum Ende der Frist im Januar 2011 haben etwa 7.500 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt geantwortet. Die Einreichungen werden derzeit gesichtet und archiviert. „Wir brauchen jetzt Zeit, um das Material gründlich zu bearbeiten und zu erfassen, was für politische Wesen wir als Künstlerinnen und Künstler sind.“ sagt Żmijewski.

Einen weitergehenden Einblick in Artur Żmijewskis Herangehensweise bietet sein Interviewbuch Körper in Aufruhr, das nun auf Deutsch und Englisch erhältlich ist (Artur Żmijewski, Körper in Aufruhr / Trembling Bodies, 2011, hrsg. vom Berliner Künstlerprogramm/DAAD und CSW Kronika, Bytom, Bestellung: bkp [dot] berlinatdaad [dot] de). Das Buch versammelt seine Gespräche mit polnischen Künstlerinnen und Künstlern der „kritischen Kunst”-Bewegung – der einzigen kulturellen Bewegung im post-kommunistischen Polen. Körper in Aufruhr bewertet diese „kritische Kunst“ und formuliert den Wunsch nach einem neuen Programm künstlerischer Aktionen, wie Żmijewski sie in seinem Manifest Angewandte Gesellschaftskunst beschreibt.

KW Institute for Contemporary Art Von 27 Apr 2012 bis 1 Jul 2012
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Auguststraße 69
10117 Berlin Mitte
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